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Die Anfangsjahre

Josef Aust (Remmerts), geboren 1877, der während seiner Militärzeit in den Jahren 1899 bis 1901 das Flötenspiel erlernt und lieb gewonnen hatte, suchte nach seiner Militärzeit mehrmals junge Leute für das Flötenspiel. Erst 1913 fand er den Ersten. Es war Johannes Niggemann (Matzen), geb. 1894. Schon im September 1913 zum Kriegerfest traten Josef Aust und Johannes Niggemann mit Unterstützung des Tambouren (Trommler) Josef Herbst aus Sichtigvor zum ersten Mal öffentlich auf. Auf diesem Auftritt beruht das Gründungsjahr des heutigen Tambourkorps. Josef Aust und Josef Herbst hatten sich während ihrer Militärzeit kennengelernt. Noch im selben Jahr erlernte Heinrich Rüther (Odames), geb. 1895, das Flötenspiel. Zum Schützenfest 1914 traten die drei Flötisten wieder mit Unterstützung des Trommlers aus Sichtigvor auf. Mit Ausbruch des 1. Weltkrieges im August 1914 ereilte das junge Tambourkorps auch der erste Schicksalsschlag. Johannes Niggemann und Heinrich Rüther kehrten aus dem Krieg nicht zurück.

Josef Aust gab nicht auf und begann 1919 erneut mit der Ausbildung junger Männer. Josef Schmidt (Heiers) und Karl Kraft (Eduards) erlernten das Flötenspiel und mit Karl Hillebrand (Kaufmanns), dem späteren Vereinswirt, hatte das junge Tambourkorps seinen ersten Trommler. Karl Hillebrand hatte das Trommeln beim Militär in Berlin gelernt. Zum Kriegerfest 1919 trat das wiedererstandene Korps mit einem Tambouren und drei Flötisten in den damals feldgrauen Mützen des Kriegervereins zum ersten Mal auf.

1920 traten als zweiter Tambour Fritz Gödde und Heinrich Nieder als Flötist dem Tambourkorps bei. Beide konnten zum Schützenfest schon mitspielen.

Anfang des Jahres 1921 bekam das Korps noch einmal Verstärkung mit den Flötisten Eduard Schmidt (Heiers), Peter Pack (Finken) und Franz Mast (Lippes). Zum Schützenfest 1921 traten auch die drei jungen Männer schon mit auf und Josef Aust konnte zum ersten Mal als Tambourmajor den Stab in die Hand nehmen.

1920

Ältestes Foto des Tambourkorps

Karl Kraft (*1903), Heinrich Nieder (*1903), Josef Schmidt (*1902), Fritz Gödde (*1901) v.l.

Auf der Rückseite des Fotos steht: „Zur Erinnerung an meine Jugendzeit. Die Erstlinge der Scharfenberger Knüppelmusik 1920“.

Im Sommer 1921 bekam das Korps erneut Zuwachs mit den zwei Flötisten Theodor Hogrebe und Albert Schmidt (Heiers). Nach dem Kriegerfest schied aber auch schon der erste Tambour Karl Hillebrand aus dem Korps aus und es mussten neue Tamboure gefunden werden. Bald schon traten die Tamboure Heinrich Bange (Herres), und Albert Meyer (Bertses) dem Tambourkorps bei.

Zum 100-jährigen Jubiläum des Schützenvereins 1922 konnte schon mit zwölf Leuten gespielt werden.

1925 trat als weiterer Flötist Anton Bange (Dierkes) bei.

1921

1921 – Schützenfest

Es sind v.l.n.r. hintere Reihe: Fritz Gödde (*27.09.1901), Josef Schmidt (*25.06.1902)
Mittlere Reihe: Karl Hillebrand (*21.02.1898), Josef Aust (*14.04.1877), Elisabeth Kraft (*13.09.1905), Heinrich Nieder (*28.04.1903), Mieze Backhaus aus Dortmund, Karl Kraft (*26.01.1903)
Vordere Reihe: Franz Mast (*06.05.1907), Eduard Schmidt (*19.05.1907), Peter Pack (*01.04.1907)

Das junge Tambourkorps spielte auf dem Schützenfest und zum Kriegerfest. In den Statuten vom 04. Oktober 1925 wird als Gründungsdatum der 04. September 1920 genannt. Später wurde die Zeit vor dem 1. Weltkrieg mit hinzugezählt und das Gründungsjahr 1913 beigefügt. Das Tambourkorps nannte sich fortan „Knüppelmusik– Verein Scharfenberg“.

1926 Schützenfest bearbeitet

“Knüppelmusik-Verein Scharfenberg” im Jahr 1926

Auf der Versammlung vom 04. April 1926 wurde die Anschaffung von weißen Mützen beschlossen und sie wurden zum Schützenfest schon getragen. Aber nicht lange konnten die Mützen getragen werden.

Unruhe, Zwistigkeiten und Auseinandersetzungen innerhalb des Vereins führten dazu, dass in einer außerordentlichen Versammlung am 13. Juni 1926, in der eigentlich die Unstimmigkeiten ausgeräumt werden sollten, beschlossen wurde, den Verein aufzulösen.

Am Nachmittag des gleichen Tages beschlossen die drei Flötisten Albert Schmidt, Peter Pack und Eduard Schmidt und der Tambour Albert Meyer, ein neues Tambourkorps zu gründen. Noch im gleichen Monat trat Josef Gröne als Tambour dem jungen Korps bei, das sich zur Aufgabe gemacht hatte, die Größe auf mindestens neun Mann, bestehend aus Tambourmajor, vier Tambouren und vier Flötisten, aufzustocken. Tambourmajor des neuen Tambourkorps wurde Karl Hillebrand.

Auch das alte Tambourkorps lebte noch einmal auf und nahm im Juli 1926 am Wettstreit in Anröchte teil. Um Verwechselungen zum alten Tambourkorps zu vermeiden, gaben sie dem neuen Tambourkorps im September 1926 den Namenszusatz „Unitas“. Unitas
ist lateinisch und heißt Einigkeit.

Im September wechselte der Flötist Theodor Hogrebe zum neuen Korps und im Januar 1927 trat der Flötist des alten Korps, Franz Mast, als Tambour dem neuen Korps bei.

Der Wunsch, eine Uniform zu tragen wurde immer stärker, so dass Anfang 1927 dem Schneidermeister Wilhelm Hammerschmidt der Auftrag für die Anfertigung der ersten Uniformen erteilt werden konnte. Der Tambourmajor Karl Hillebrand stellte dem Tambourkorps ein Darlehn zum allgemeinen Zinssatz zur Verfügung.

Am 20. Februar 1927 besuchte das junge Tambourkorps erstmals in neuen Uniformen den Wettstreit in Belecke.

Nach diesem Wettstreit trat auch der Tambour Heinrich Bange vom alten zum neuen Korps über. Am 08. Mai 1927 feierte die junge Feuerwehr in Scharfenberg ihr erstes Stiftungsfest. Hier spielte das Korps dann zum ersten Mal mit neun Spielleuten: vier Tambouren, vier Flötisten und der Tambourmajor.

Am darauffolgenden Sonntag, den 15. Mai 1927, wurde am Tambourwettstreit in Brilon teilgenommen und am 03. Juli waren die Spielleute zum Wettstreit in Kallenhardt. Karl Hillebrand erhielt eine Tambourmajorsmedaille.

Am 31. Juli 1927 war das Tambourkorps „Unitas“ selbst Gastgeber des ersten Tambourwettstreits in Scharfenberg. Es nahmen zwölf Tambourkorps teil. Die Gastvereine waren: Einigkeit Soest, Brandenburger Tor Soest, Feuerwehr Belecke, Turnverein Belecke, Feuerwehr Brilon, Kallenhardt, Menzel, Wünnenberg, Kneblinghausen, Oestereiden und Sodalität Brilon.

In der am 17. Juni 1928 stattgefundenen Versammlung wurde der Antrag gestellt, das Tambourkorps dem Schützenverein anzugliedern. In der darauffolgenden Versammlung am 24. Juni 1928 wurde dieser Antrag jedoch abgelehnt. Auch die Feuerwehr stellte ein Jahr später den Antrag, das Tambourkorps zu integrieren. Die Spielleute zogen es aber vor, eigenständig zu bleiben.

In Hirschberg nahm das Korps am 21. April 1929 am Wettstreit teil. Der Tambourmajor Karl Hillebrand errang hier erneut eine Medaille.

Die 30er Jahre

Am 01. April 1930 verlässt der Mitbegründer des neuen Tambourkorps Eduard Schmidt die Heimat und damit auch das Tambourkorps. Er wanderte später nach Amerika aus.

Dem Korps treten im Mai 1930 Anton Bange als Flötist und im Dezember Anton Wiedenstridt als Tambour bei. An zwei Wettbewerben nahm das Korps 1931 teil. Das Tambourkorps Hengsbeck veranstaltete im Mai einen Wettstreit in Eslohe und im Juli ging es nach Westtönnen.

1931 07. Juni 1. Tambourwettstreit in Westoennen bearbeitet

1931

Das Tambourkorps wächst weiter. 1931 treten als Flötisten Heinrich Aust und Josef Bange und der Tambour Heinrich Schmidt, ein Jahr später Hugo Kraas und Heinrich Finke als Flötisten und Heinrich Bange als Tambour bei.

Wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage 1933 wurde beschlossen, kein Fest zum 20-jährigen Bestehen zu feiern.

Am 13. Mai 1934 nahm das Korps am Wettstreit des Briloner Tambourkorps teil. Zum 1. Juli 1934 scheidet der Tambourmajor Karl Hillebrand nach achtjähriger Tätigkeit aus dem Tambourkorps aus. Neuer Tambourmajor wird Karl Bange. Im Juli 1934 traten als Tambouren Franz Bange und im März 1935 Josef Aust (Großenremmerts) dem Tambourkorps bei.

Am 29. Juni 1935 wurde der Tambourmajor Karl Bange wegen eines Satzungsverstoßes aus dem Tambourkorps ausgeschlossen. Ein neuer Tambourmajor konnte so schnell nicht gefunden werden. Am 20. September 1936 trat der Gründer des alten Korps Josef Aust dem Tambourkorps „Unitas“ bei und übernahm die Stabführung. Damit übernahm auch das Tambourkorps „Unitas“ wieder die Traditionsführung des alten Tambourkorps von 1913.

Wilhelm Heimes konnte 1938 als Flötist in die Reihen der Aktiven aufgenommen werden.

 

Die 40er Jahre

Bedingt durch den 2. Weltkrieg musste der Spielbetrieb des Tambourkorps von August 1939 bis 1946 ruhen.

Leider kehrten aus dem 2. Weltkrieg die Kameraden Anton Bange und Heinrich Schmidt nicht zurück.

Auf der am 20. Oktober 1946 stattgefunden Versammlung, die erste nach dem 2. Weltkrieg, wurde von den alten Mitgliedern beschlossen: „Das Tambourkorps „Unitas“ Scharfenberg bleibt in seiner bisherigen Form bestehen“.

Zum Nachkriegsschützenfest 1947 konnte das Tambourkorps erstmals wieder öffentlich auftreten. Mit acht Spielleuten marschierte es dem Festzug voran. Neben Tambourmajor Josef Aust waren nur noch Albert Meyer, Peter Pack, Albert Schmidt, Josef Gröne, Josef Bange, Josef Aust jun. und Willi Heimes dabei. Am 30. November konnten sechs neue aktive Mitglieder aufgenommen werden. Es waren die Tambouren August Kraft, Willi Meyer, Reinhold Spiekermann und Paul Stadler, sowie die Flötisten Alfons Becker und Josef Siebert.

1949 Schuetzenfest 1

1949

Soeben aus der Kriegsgefangenschaft entlassen trat Bernhard Bange am 18. April 1949 als Tambour dem Korps bei.

Der 2. Tambourwettstreit, der vom Tambourkorps „Unitas“ veranstaltet wurde, fand am 17. Juli 1949 statt. Es nahmen teil die Tambourkorps aus Allagen, Bigge, Brilon, Belecke, Körbecke, Oeventrop, Suttrop und Plettenberg-Kückelheim.

Dieser Wettstreit, erst kurz nach der Währungsreform, brachte bei 3.427 DM Einnahmen einen Reingewinn von 336 DM für den Verein.

In einem Zeitungsbericht des Neuen Westfälischen Kuriers war zu dem Weststreit folgender Artikel zu lesen:

Zeitungsartikel 1 Wettstreit

 

Die 50er Jahre

Im Winter 1949/50 bittet der Tambourmajor Josef Aust, wegen seines hohen Alters von 73 Jahren, aus dem aktiven Dienst verabschiedet
zu werden.

Am 05. März 1950 wurde Albert Meyer zum Tambourmajor gewählt. Im selben Jahr wurden die Tambourwettstreite im April in Hirschberg und im Mai in Allagen besucht. Eine Einladung zum Erinnerungstreffen am 10. September 1950 in Niederbergheim wurde gerne befolgt. Schon am 01. Oktober 1950 weilte das Tambourkorps Niederbergheim zu einem Gegenbesuch in Scharfenberg. Bei diesem Erinnerungstreffen wurde der alte Tambourmajor Josef Aust offiziell verabschiedet. Der neue Tambourmajor Albert Meyer ernannte ihn zum Ehrenvorsitzenden auf Lebenszeit und erkannte ihm die Führung des Titels Alt–Tambourmajor zu. Danach verlieh er ihm das eigens von ihm gestiftete Verdienstabzeichen in Gold mit der Widmung „Für das Verdienst“.

Josef Aust

Tambourmajor Josef Aust

1951 Schuetzenfest 2 bearbeitet

1951 – Parade Schützenfest an der Schule

Am 03. August 1952 folgte das Tambourkorps einer Einladung zum Wettstreit in Brilon.

Das Jahr 1953 stand ganz im Zeichen des 40-jährigen Jubiläums. Gefeiert wurde das Jubiläum am 05. Juli 1953. Viele ehemalige aktive Mitglieder waren, soweit es ihnen möglich war, zu diesem Fest von Nah und Fern angereist, um sich noch einmal um den Gründer zu scharen. Neben den Scharfenberger Vereinen waren auch das Tambourkorps Niederbergheim und die Musikkapelle aus Warstein der Einladung zu diesem Fest gefolgt.

Am 06. Dezember 1953 wurde Heinz Gröne, der Sohn des verstorbenen Josef Gröne, in die Reihen der Tambouren aufgenommen. Ihm folgten am 01. Juni 1958, Helmut Litwin als Flötist und am 01. Januar 1959, der Tambour Karl–Heinz Hogrebe und die Flötisten Franz Rickert und Theo Spiekermann.

1953 bearbeitet

1953 – Tambourkorps Unitas und Niederbergheim

In einem Zeitungsbericht zu dem Jubiläum ist zu lesen:

1953 05. Juli 40 jaehrige Jubelfeier Zeitungsartikel

 

1953 27. Sept. Mit der Scharfenberg Musikkapelle am Klussiep bearbeitet

1953 – Tambourkorps und Musikverein im Klußsiepen

Die 60er Jahre

Die Uniformen von 1927 waren nach 33 Jahren mittlerweile immer unansehnlicher geworden und zum Teil auch nicht mehr passend. Zur Finanzierung der Uniformen fanden an mehreren Wochenenden Preisschießen statt. Die Preise wurden von den Vereinsmitgliedern gestiftet. Ein Darlehn über 500 DM bekam das Tambourkorps von der Spar-und Darlehnskasse Scharfenberg und es wurde 1960 ein Antrag an die Gemeinde Scharfenberg auf Beihilfe gestellt: mit Erfolg. Es wurden für die Anschaffung neuer Uniformen 700 DM bewilligt. Nur durch diese Unterstützung war es dem Tambourkorps möglich neue Uniformen zu beschaffen. Schneidermeister Franz Rickert erhielt am 20. März 1960 den Auftrag zur Anfertigung und schon am 01. Mai wurden die Uniformen geliefert. Die alten Uniformen wurden für 200 DM an einen Kostümverleih verkauft. Nach der Neuuniformierung konnten auch wieder Wettstreite besucht werden. Am 15. Mai 1960 fuhr das Korps zum Freundschaftstreffen nach Suttrop, am 22. Mai zum Wettstreit nach Rüthen und am 28. August zum Wettstreit nach Belecke.

1960 1 bearbeitet

1960

Im Januar 1961 tritt Gerhard Spiekermann als Flötist dem Tambourkorps bei.

Weitere Wettstreite und Freundschaftstreffen wurden besucht und zwar am 06. Mai 1962 ein Wettstreit in Hüsten, am 13. Mai ein Freundschaftstreffen in Stemel und am 03. Juni 1962 ein Wettstreit in Küntrop.

Die Feier zum 50-jährigen Jubiläum fand am 18. und 19. Mai 1963 in der Schützenhalle statt. Auch bei diesem Jubiläum stand der Gründer Josef Aust im Mittelpunkt. Er wurde mit Dank und Anerkennung seitens der Vereine und der Gemeinde bedacht, und ihm wurde am Samstag, ebenso wie Pastor und Bürgermeister, ein Ständchen gespielt. Als Gastvereine am Samstag waren die Tambourkorps aus Anröchte und Niederbergheim gekommen.

Neben den Scharfenberger Vereinen konnten am Sonntag auch die Tambourkorps Niederbergheim, Anröchte, Menzel, Suttrop, Rüthen und die Musikkapellen aus Altenbüren und Scharfenberg sowie der Fanfarenzug aus Brilon begrüßt werden. Vier Gastvereine hatten leider kurzfristig abgesagt.

Auf die Jugend hatte dieses Jubiläumsfest einen so guten Eindruck hinterlassen, dass weitere junge Männer wenige Wochen nach dem Fest mit der Ausbildung begannen. In der Küche der Schützenhalle begannen sechs Flötisten und in Eduards Schreinerwerkstatt fünf Trommler mit dem Übungsbetrieb. Insgesamt fünf hielten durch. Am Stangenabend des Schützenfestes 1964 konnten Gerhard Aust, Rudolf Bauer, Martin Karbaum, Karl Josef Luchte und Franz Schrewe zum ersten Mal mitspielen. Erstmals in der Vereinsgeschichte spielten jetzt 18 aktive Musiker.

Am 11.11.1965 verstarb der Gründer des Tambourkorps Josef Aust im Alter von 87 Jahren.

Weitere aktive Mitglieder bereicherten das Tambourkorps. So kamen am 02. März 1967 Franz-Josef Funke als Flötist und am 01. April Wolfgang Henne als Trommler hinzu. Ein Jahr später, am 15. Dezember 1968 begannen Ulrich Funke, Phillip Kröger, Hugo Hücker und Wilfried Kraft mit der Ausbildung an der Flöte und Hans-Heiner Bange erlernte das Trommeln. Am 20. Oktober 1969 begannen Gerhard Schlüter und Willi Kröger mit der Ausbildung zum Flötisten.

 

Die 70er Jahre

Als weiterer Trommler begann Hubert Funke am 01. August 1970 mit der Ausbildung an der Trommel. Zur 666-Jahrfeier der Gemeinde Scharfenberg und dem 150-jährigen Jubiläum des Schützenvereins führten die Aktiven des Tambourkorps erstmals den Großen Zapfenstreich auf. Eingeübt wurde das Musikstück mit Unterstützung der aktiven Spielleute aus Suttrop. Hierbei entwickelte sich eine gute Freundschaft, die mit Besuchen, Gegenbesuchen und gemeinsamen Feiern gefestigt wurde.

Anfang 1973 entschieden die Aktiven von einem reinen Tambourkorps, das nur aus Tambouren und Flötisten bestand, auf einen Spielleutebetrieb umzustellen.

Mit Kurt Hohmann und Franz-Bernhard Bange konnten zwei ehemalige Musiker aus dem Musikverein Scharfenberg für die große Trommel und die Becken gefunden werden. Ulrich Funke, als einziger Musiker im Trommel- und Flötenspiel versiert, erlernte im Eigenstudium auch noch das Schlagen der Lyra. So war der Übergang zur Spielmannszugmusik getan. Ab März 1973 lernten Ludger Hillebrand und Werner Meyer das Flötenspiel.

1971 28. Aug. 666 Jahre Scharfenberg 3 bearbeitet

1971

Das 60-jährige Jubiläum wurde am 05. und 06. Mai 1973 gefeiert. Über 400 Spielleute waren der Einladung nach Scharfenberg gefolgt. So waren am Sonntag, den 06. Mai 1973, 19 Vereine zum Freundschaftstreffen gekommen. Die weiteste Anreise hatte das Tambour- und Fanfarenkorps Gut Schlag Krefeld mit unserem ehemaligen aktiven Flötisten Martin Karbaum. Die anderen Gastvereine kamen aus Anröchte, Feuerwehr Belecke, Turnverein Belecke, Bigge, Brilon, Freienohl, Kallenhardt, Menzel, Niederbergheim, Obermarsberg, Rüthen, Jugendkorps Rüthen, Sichtigvor, Stemel, Stockum (Möhne), Suttrop, Warstein und Züschen.

Auch dieses Jubiläumsfest hatte auf die Jugendlichen einen so bleibenden Eindruck hinterlassen, dass weitere Jugendliche sich entschlossen dem Tambourkorps beizutreten. Erstmals wurden Jungen und Mädchen an den Instrumenten ausgebildet. Nicht alle Vorstandsmitglieder waren damit einverstanden, dass auch den Mädchen Zugang zum Tambourkorps gewährt wurde, aber nachdem einige Aktive das Tambourkorps verlassen hatten, waren sie im nach hinein froh, dass die Mädchen dabei waren. Die ersten Mädchen, die das Flötenspiel erlernten waren Martina Bange, Elke Baran, Birgit Funke, Brigitte Hogrebe und Jutta Niggemann. Hinzu kamen als Trommler Rainer Bange, Josef Gröne, Wolfgang Hütter, Peter Kraft und Bernd Schmidt. Ausgebildet wurden die jungen Trommler von Heinz Gröne. Heinz Gröne war über Jahrzehnte der Ausbilder unserer Trommler.

1973 60 jaehrige Jubelfeier 4 bearbeitet

1973

Im April 1975 lernten Matthias Hillebrand, Armin Kraft und Florian Normann von Ulrich Funke das Flötenspiel. Ein Jahr später begann Karl-Josef Kraft mit dem Lernen des Trommelspiels und Heike Schuster wurde das Lyraspielen von Ulrich Funke beigebracht.

Am 23.07.1974, der Vollendung seines 70. Lebensjahres, gab Albert Meyer die Stab- und Vereinsführung in jüngere Hände. Albert Meyer war seit 1921, also 53 Jahre, als aktiver Spielmann dabei. Seit 1925 war er Schriftführer des Vereins, seit 1950 als Nachfolger des Gründers Josef Aust Tambourmajor und später auch Vereinsvorsitzender.

Meyer

Tambourmajor Albert Meyer

Zu seinem Geburtstag hatten ihm die Spielleute ein Ständchen gebracht. Bei der anschließenden Feier teilte er seinen Entschluss mit. Viele Jahre war Albert Meyer der älteste und erfahrenste Korpsführer auf den Wettstreiten und Freundschaftstreffen der näheren und weiteren Umgebung gewesen. Die Tambourmajore in seinem Lebensalter hatten sich alle schon vom aktiven Dienst zurückgezogen. Für Albert Meyer war das Tambourkorps ein Stück Lebensinhalt und die Arbeit mit den jungen Menschen hatte ihn jung gehalten.

Ohne Albert Meyer wäre das Tambourkorps nicht das, was es heute ist. Ein Satz der öfters bei Ehrungen und Rückblicken gesagt wird; aber auf Albert Meyer traf er wirklich zu: Er hat sich um seinen Verein verdient gemacht. In Würdigung seiner Verdienste ernannten ihn die aktiven und passiven Mitglieder in der Jahreshauptversammlung am 11. Januar 1976 zum Ehrenmitglied und Ehrentambourmajor.

Seine Verdienste fanden nicht nur Anerkennung im Tambourkorps. Der Sauerländer Schützenbund verlieh ihm 1971 die Verdienstmedaille in Gold. Die Gemeinde Scharfenberg würdigte seine Verdienste mit der Ehrenplakette der Gemeinde. Die Schützenbruderschaft St. Josef ehrte ihn ebenfalls mit der Verdienstmedaille in Gold.

Zum Nachfolger von Albert Meyer als Tambourmajor wählten die Aktiven den Trommler Karl Josef Luchte.

Auch der Vereinsvorstand wurde neu gewählt. Vereinsvorsitzender wurde Wilhelm Heimes, dessen Stellvertreter Heinz Gröne, Schriftführer und Rendant Karl Josef Luchte, dessen Stellvertreter Franz Schrewe.

Der Gasthof Hillebrand war 45 Jahre Vereinslokal für das Tambourkorps. Als dort 1972 der Gastronomiebetrieb eingestellt wurde, fanden die Übungsstunden 15 Monate lang in der Schule statt. In der Jahresversammlung vom 01. Dezember 1974 wurde unter den noch drei vorhandenen Gaststätten ein neues Vereinslokal gewählt. Die noch zwölf aktiven Spielleute entschieden sich für das Lokal Schnier. Noch heute ist das Landhotel Schnier unser Vereinslokal.

Am 20. April 1975 folgten die Spielleute einer Einladung zum Wettstreit beim Tambourkorps Belecke und am 27. April 1975 einer Einladung zum Freundschaftstreffen, anlässlich des 50–jährigen Bestehens des Tambourkorps „Einigkeit“ Menzel.

Tambourwettstreite wurden auch 1978 in Rüthen und Thüle besucht,mit jeweils guten Platzierungen in der 2. Klasse.

In Nuttlar wurde 1977 um den Sauerlandpokal gespielt. Alle teilnehmenden Vereine spielten ohne Klassenwertung. Unsere Spielleute gewannen den Pokal. Noch heute ziert er unseren Pokalschrank im Landhotel Schnier.

Anfang 1977 begannen Volker Kraft und Winfried Heimes mit dem Flötenspielen und 1979 Joachim Aust und Heinz-Georg Aust. Mit Udo Bange und Silvia Knaden erhielt Heike Schuster erstmals Unterstützung an der Lyra.

Im September 1979 nahmen die Spielleute am Tambourwettstreit in Winterberg teil. Mit den Musikstücken „Alexandermarsch“ und „Einzug schneidiger Truppen“ wurden beim Bühnenspiel gute Platzierungen erreicht.

 

Die 80er Jahre

Da in den folgenden Jahren die Anzahl an Auszubildenden Musikerinnen und Musiker immer zahlreicher wurden, soll an dieser Stelle auf die namentliche Erwähnung verzichtet werden. Die Auflistung kann in der Mitgliederliste im Anhang nachgelesen werden.

Beim Tambourwettstreit in Züschen 1981 gab es nichts zu holen. Das lag weniger an dem hervorragenden Teilnehmerfeld als an der eigenen Leistung.

Beim Wettstreit 1982 in Freienohl ging es dann schon wieder aufwärts. Nach langer Zeit wieder in der 1. Klasse spielend, wurde der 4. Platz erreicht. Beim Wettstreit in Bettinghausen 1983 wurde der gute Leistungsstand bestätigt.

Das 70-jährige Jubiläum wurde 1983 an zwei Tagen gefeiert. Am Samstag wurde ein Freundschaftstreffen veranstaltet. Zu Gast waren die Blasmusiken aus Altenbüren, Brilon und Scharfenberg, die Spielmannszüge und Tambourkorps aus Belecke, Brilon, Kallenhardt, Menzel, Niederbergheim, Olsberg, Stemel und Suttrop und der Fanfarenzug aus Nuttlar. Nach dem Festzug und den Bühnenspielen erklang am Abend der „Große Zapfenstreich“. Zum Tanz spielte das Blasorchester „Die Scharfenberger“.

Schützenfest 1981 bearbeitet

1981

Am Sonntag wurde der 3. Wettstreit nach 1927 und 1949 in der Scharfenberger Schützenhalle veranstaltet. Bei dem Leistungsvergleich wetteiferten die Spielmannszüge und Tambourkorps aus Aue, Bettinghausen, Freienohl, Krefeld, Rüthen, Thüle, Westtönnen, Winterberg, Wülfte und Züschen um die Pokale und Urkunden in den unterschiedlichen Klassen. Nach dem Wettstreit spielte das Blasorchester „Die Scharfenberger“ zur Unterhaltung und zum Tanz auf.

1983 70 jähriges Jubiläimsfest bearbeitet

1983 – 70-jähriges Jubiläum

In der Jahreshauptversammlung am 08. März 1987 kandidieren die beiden Vorsitzenden Wilhelm  Heimes und Heinz Gröne nicht mehr für den Vorstand. Als neuer 1. Vorsitzender wird Karl Josef Luchte und als dessen Stellvertreter Gerhard Aust gewählt.

Am 04. September 1987 nahm das Tambourkorps am Freundschaftstreffen in Stemel anlässlich des 60-jährigen Jubiläums teil. Zum Kreismusikfest in Alme fuhren die Spielleute am 03. Mai 1987. Das Freundschaftstreffen zum 90-jährigen Jubiläum der Spielleute-Vereinigung Warstein wurde am 16. Mai 1987 besucht.

Am 24. April 1988, bei der Teilnahme beim Jubiläumswettstreit des Tambourkorps Bettinghausen, wurde in der 3. Klasse beim Wertungsspiel nur ein 8. Rang und ein 6. Platz in der Tambourmajorswertung erreicht. Da die Tambourwettstreite immer mehr nach den Bedingungen des Volksmusikerbundes ausgeschrieben wurden, beschloss der Vorstand zukünftig nicht mehr an Wettstreiten teilzunehmen und auch selbst keinen Wettstreit mehr auszurichten. Stattdessen sollten die Freundschaftstreffen der befreundeten musikalischen Vereine besucht werden.

Vom 17.-19. September 1988 fand das 75-jährige Jubiläum des Tambourkorps statt. Auftakt des Jubiläums war am Freitagabend die Kranzniederlegung am Ehrenmal mit dem Großen Zapfenstreich und anschließendem gemütlichen Beisammensein. Der Höhepunkt des Jubiläums war am Samstag das Freundschaftstreffen, das mit 18 Gastvereinen und über 400 Spielleuten und Blasmusikern gefeiert wurde. Zu Gast waren die Tambourkorps und Spielmannzüge aus Anröchte, Belecke, Bigge-Olsberg, Essentho, Kallenhardt, Klieve, Mellrich, Obermarsberg, Oberkirchen, Oberschledorn, Sichtigvor, Suttrop, Westönnen, Jugendspielmannszug Westönnen, Wünnenberg sowie die Musikkapellen aus Alme, Altenbüren und Scharfenberg.

Am Sonntag nach der Hl. Messe wurden die Gastvereine an der Kirche empfangen. Nach dem Massenchor am Ehrenmal ging es dann mit einem Festzug zur Schützenhalle, zum Frühschoppen mit Konzert. Vor den musikalischen Darbietungen der Gastvereine standen die Ehrungen verdienter Musiker auf dem Programm. Hierbei wurde unserem Tambourkorps „Unitas“ die Große Landesehrenplakette des Volksmusikerbundes überreicht. Die teilnehmenden Tambourkorps und Musikvereine am Sonntag kamen aus Niederbergheim, Rüthen, Stemel, Westheim, Wülfte, Brilon, Madfeld und Scharfenberg.

Am 21. August 1989 verstarb unser Ehrentambourmajor und Ehrenmitglied Albert Meyer im Alter von 85 Jahren.

Am 01. Oktober 1989 wurde das 110-jährige Jubiläum des Tambourkorps Rüthen gefeiert. Das Tambourkorps besuchte auch hier unsere Nachbarn in der Bergstadt.

 

Die 90er Jahre

In der Jahreshauptversammlung vom 18. März 1990 wurde eine überarbeitete Satzung des Tambourkorps „Unitas“ von der Versammlung genehmigt. Mit dieser Satzung wurde auch die Gemeinnützigkeit beim Vereinsregister beantragt. Der Verein trägt seit der Eintragung im Vereinsregister am 10. Dezember 1990 den Namen Tambourkorps „Unitas“ Scharfenberg 1913 e.V.

Am 05. Mai 1990 folgten die Spielleute einer Einladung zum Kommersabend nach Suttrop. Am 06. Mai fanden die Tage der Blas- und Spielmannsmusik in Brilon statt. Am 19. Mai und 20. Mai nahm das Tambourkorps am Freundschaftstreffen in Wülfte und in Wünnenberg teil. Am 18. April 1991 hatte das Tambourkorps Kallenhardt zum Frühschoppen eingeladen. Am Freundschaftstreffen in Mellrich wurde am 03. Mai 1992 teilgenommen. Das Jubiläumsfest des Musikvereins Messinghausen wurde am 25. April 1993 besucht.

1993 Foto vor der Pastorat bearbeitet

1993 – Tambourkorps vor dem Pastorat

Das 80-jährige Vereinsjubiläum wurde mit einem Freundschaftstreffen am 08. Mai und einem musikalischen Frühschoppen am 09. Mai 1993 gefeiert. Ein Höhepunkt dieses Jubiläums war der Massenchor am Ehrenmal. Gemeinsam wurden dort die Märsche „Das Lieben bringt Groß Freud“ und „Alte Kameraden“ mit den 18 Gastvereinen gespielt. Als Gastvereine waren die Tambourkorps und Spielmannszüge aus Allagen, Belecke (TuS), Brilon, Essentho, Fleckenberg, Klieve, Mellrich, Niederbergheim, Oberkirchen, Obermarsberg, Oberschledorn, Rüthen, Suttrop, Wülfte, Wünnenberg und die Musikvereine aus Giershagen, Messinghausen und Scharfenberg gekommen. Der Frühschoppen am Sonntag, wurde von dem Männergesangverein „Concordia“ Scharfenberg, dem Bläserkorps des Hegering Brilon und den 51er des Musikvereins Scharfenberg mit gestaltet.

Auf Einladung der Schützenbruderschaft Suttrop nahmen die Spielleute am 19. September 1993 am Kreisschützenfest in Suttrop teil. 1994 wurden die Freundschaftstreffen am 24. April in Klieve und am 02. Oktober in Oberkirchen besucht. Einladungen zum Freundschaftstreffen im Jahr 1995 führten die Musiker am 13. Mai nach Suttrop, am 21. Mai nach Wünnenberg und am 27. Mai nach Wülfte.

Noch einmal wurde 1996 die Satzung geändert. Der Vorstand sollte nicht mehr komplett neu gewählt werden, sondern in 2 Blöcken. So wurden im 1. Block der 1. Vorsitzende, der 1. Kassierer und der 2. Schriftführer zunächst für ein Jahr gewählt und der 2. Block mit dem 2. Vorsitzenden, dem 2. Kassierer und dem 1. Schriftführer für drei Jahre gewählt. Ein Jahr später wurde dann der 1. Block für drei Jahre gewählt. Die Vorsitzenden selbst, Karl Josef Luchte und Gerhard Aust, traten aus dem Vorstand aus. Volker Kraft wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt, sein Stellvertreter wurde Winfried Heimes.

Als der Tambourmajor Karl Josef Luchte 1998 erkrankte, übernahm der 1. Vorsitzende vorrübergehend den Tambourstab. Um auf Volker Kraft als Flötist nicht verzichten zu müssen, wurde im Jahr 2000 Peter Luchte zum Tambourmajor gewählt. Er übernahm die Stabführung, die sein Vater einst von Albert Meyer übernommen hatte.

Zum 85-jährigen Jubiläum 1998 wurde kein Freundschaftstreffen veranstaltet. Mit den aktiven und passiven Mitgliedern des Tambourkorps wurde ein Fest im Speiseraum der Scharfenberger Schützenhalle gefeiert.

Winfried Heimes trat 1999 als 2. Vorsitzender zurück. Als Nachfolger wählte die Versammlung Peter Luchte.

 

Das neue Jahrtausend

In der Jahreshauptversammlung am 03. März 2002 stellte der 2. Vorsitzende Peter Luchte sein Amt zur Verfügung. Als neuer 2. Vorsitzender wurde Jens Rummel gewählt. Auch Volker Kraft gab bekannt, dass er im nächsten Jahr nicht mehr als 1. Vorsitzender zu Verfügung stehe. So wurde in der Versammlung am 16. März 2003 der Ehrentambourmajor Karl Josef Luchte zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Zum 90-jährigen Vereinsjubiläum wurde ein Freundschaftstreffen am 20. September 2003 veranstaltet. Zu diesem Jubiläum spielten auch erstmals die „Ehemaligen“ aktiven Spielleute des Tambourkorps „Unitas“. Für diesen Auftritt wurden blaue Militäruniformen über das Internet ersteigert. Zu Gast waren weiter die Tambourkorps und Spielmannszüge aus Bigge-Olsberg, Brilon, Kallenhardt, Kirchborchen, Rüthen, Sichtigvor, Suttrop, Stemel, Wülfte, Bad Wünnenberg sowie die Musikvereine aus Altenbüren, Brilon, Thülen, Scharfenberg und die 51er aus Scharfenberg.

Tambourkorps Unitas Aktive 2006 bearbeitet

2006 – Schützenfest in Scharfenberg

Nach dem Jubiläum konnte Karl Josef Luchte krankheitsbedingt das Amt des 1. Vorsitzenden nicht weiter ausüben. In der Jahreshauptversammlung am 21. März 2004 gab er seinen Rücktritt bekannt. Auch sein Sohn Peter Luchte gab den Tambourstab ab. Neuer Tambourmajor wurde Christian Hohmann. Als neuer 1. Vorsitzender wurde Winfried Heimes gewählt.

Im Jahr 2006 nahm das Tambourkorps am Freundschaftstreffen zum 100-jährigen Jubiläum des Spielmannszug Züschen teil. Einer Einladung zum Freundschaftstreffen anlässlich des 100-jährigen Jubiläums folgten die Spielleute 2008 auch dem Tambourkorps Sichtigvor.

Mit einem Freundschaftstreffen feierte das Tambourkorps auch sein 95-jähriges Jubiläum am 20. September 2008. Zu Besuch waren die befreundeten Tambourkorps und Spielmannszüge aus Bad Wünnenberg, Brilon, Kallenhardt, Rüthen, Sichtigvor, Stemel, Suttrop, Wülfte und die Musikvereine aus Altenbüren, Brilon, Thülen, Scharfenberg und den 51er aus Scharfenberg.

Am 04. April 2009 wurde das Freundschaftstreffen in Hirschberg besucht und am 05. September 2009 fuhr das Tambourkorps mit den „ Ehemaligen“ zum Freundschaftstreffen nach Brilon.

Bei der Jahreshauptversammlung am 07. März 2010 gab Jens Rummel bekannt, den Posten des 2. Vorsitzenden aus beruflichen Gründen nicht weiter ausüben zu können. Als neuer 2. Vorsitzender wurde der Tambourmajor Christian Hohmann gewählt.

Zwei Freundschaftstreffen besuchten die Spielleute im Jahr 2010. Am 25. April hatte Suttrop zum Freundschaftstreffen eingeladen und am 09. Mai Bad Wünnenberg. Die Spielleute folgten gerne diesen Einladungen.

Mit einem musikalischen Frühschoppen feierte am 22. Mai 2011 das Tambourkorps Kallenhardt sein 90-jähriges Vereinsjubiläum. Zu ihren Gästen gehörte auch das Tambourkorps Unitas.

 

Schützenfeste

Gespielt wird nicht nur auf Wettstreiten und Freundschaftstreffen, die meisten Auftritte hat das Tambourkorps auf den Sauerländer Schützenfesten.

In Scharfenberg gehört das Tambourkorps in diesem Jahr zum 88. Mal zum Schützenfest dazu. Aber auch in unseren Nachbarorten werden schon seit vielen Jahren die Festzüge der Schützenfeste unterstützt. Seit über 50 Jahren spielt das Tambourkorps zum Schützenfest in Altenbüren, fast 50 Jahre beim Schützenverein in Rixen. Über 30 Jahre wird das Schützenfest in Thülen mitgestaltet und ca. 25 Jahre das Schützenfest in Brilon. Seit 2003 wird das Schützenfest in Madfeld musikalisch begleitet. Viele Jahre wurde das Schützenfest in Helminghausen (Diemelsee) gespielt. Bis zur Gründung des Spielmannszug Wülfte spielte das Tambourkorps auch auf dem Wülfter Schützenfest. Weiterhin war das Tambourkorps einige Jahre in Brilon-Wald, Willingen und Altenbrilon aktiv bei den Schützenfesten dabei.

An zahlreiche Festzüge bei den Stadt-, Kreis- und Bundesschützenfesten nahmen auch die Spielleute des Tambourkorps teil. Beim Bundesschützenfest 2010 in Brilon gehörte das Tambourkorps zu den Festmusiken und begleitete die Schützen bei allen Festzügen.

 

Tambourkorps und Karneval

In den 1920er und 1930er Jahren wurden neben dem Musizieren auch Theaterstücke aufgeführt. Um nicht immer eine Bühne ausleihen zu müssen, wurde mit Holz aus dem Scharfenberger Gemeindewald eine eigene Bühne gebaut. Es wurden Stücke wie „Der Hauptmann von Köpenick“ oder „Die Erbförster“ gespielt.

Nachdem sich in den 60er Jahren der Schützenverein und die Feuerwehr mit der Ausrichtung der Karnevalsfeier abwechselten, war 1971 erstmals das Tambourkorps Ausrichter der Großen Kappensitzung.

Seit 1976 wird die Große Kappensitzung nur noch vom Tambourkorps durchgeführt.

1981

1981

Bis 1982 fand das Bühnenprogramm auf dem Königsthron statt. Nach dem Umbau der Küche und der Sanitäranlage in der Schützenhalle, wurde eine Holzbühne gebaut und die Bühne vor die Küche platziert. Es war immer ein großer Aufwand die Bühne auf- und abzubauen. 1996 wurde dann eine Bühne von 60 m2 angeschafft. Viel zu verdanken haben wir hierbei unserem Tambourmajor Karl Josef Luchte, der mit seinem Arrangement in den 1980er Jahren bis zu 1.000 Besucher in die Scharfenberger Schützenhalle lockte. Zusätzlich zur Kappensitzung wurde auch am Samstag vor Rosenmontag ein Kostümball veranstaltet. Wegen schlechter Beteiligung der Bevölkerung wurde ab 1988 auf den Kostümball verzichtet und stattdessen wird am Karnevalssonntag eine Kinderkarnevalssitzung veranstaltet.

Auch spielte das Tambourkorps von 1990 bis 2002 beim Rosenmontagszug in Thülen mit. Im Jahr 1997 sponserte die Fastfoodkette McDonalds die Kostüme und zusammen mit Scharfenberger Jugendlichen wurde mit einem eigenen Wagen am Umzug teilgenommen.

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1997 – Tambourkorps mit eigenem Wagen beim Rosenmontagszug in Thülen

 

Ausflüge

Nicht nur zu Wettstreiten, Freundschaftstreffen und zu gemütlichen Veranstaltungen mit befreundeten Vereinen fuhr das Tambourkorps. Auch gemeinsame Ausflüge mit Partnern wurden durchgeführt, wie die Ausflugsfahrt am 08.05.1966 zur Porta Westfalica, nach Minden und Bad Oeynhausen. Abends feierten sie zusammen in Niederbergheim mit den Aktiven des dortigen Tambourkorps.

Eine zweitägige Ausflugsfahrt führte die aktiven Musiker 1977 nach Kiel. Am Kiel-Oslo Kai begann eine Schiffsreise mit dem Fährschiff nach Körsör, Dänemark. Wegen schlechter Wetterverhältnisse und hohen Wellen kam das Schiff nur langsam voran, so dass der Landausflug in Dänemark gestrichen wurde, weil das Schiff Verspätung hatte.

Weitere Ausflugsfahrten machte das Tambourkorps zu Weinfesten nach Volkach am Neckar, Bad Hönningen am Rhein und nach Cochem an der Mosel. Auch Ausflugsfahrten ins Dorf Münsterland und zum Eurostrand in Finteln wurden unternommen, sowie Ausflüge mit unserem Nachwuchs zum Weltkulturerbe Zeche Zollverein in Essen, zum Movie Park in Bottrop und nach Fort Fun.

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1991 – Tambourkorps im Parkstadion Gelsenkirchen

Ein besonderes Erlebnis für alle war die Ausflugsfahrt am 16. Juni 1991 zum Fußballspiel nach Schalke. Von Brilon aus waren einige Scharfenberger und Briloner Schalke-Fans, mit einem blau-weiß gestrichenem Trecker mit Planwagen, nach Schalke zum Fußballspiel gefahren. Am Parkstadion angekommen, zogen wir mit dem Scharfenberger Musikverein und den heimischen Fans samt Trecker ins Parkstadion ein und spielten abwechselnd mit der Blasmusik, als Begleitung der Planwagenreisenden Schalke-Fans, eine Runde auf der Laufbahn des Stadions. Auch das Fußballspiel Schalke 04 gegen Darmstadt 98 wurde direkt am Schalker Rasen verfolgt. Es war das letzte Fußballspiel der Saison und Schalke stieg nach dem 1:0 Sieg in die 1. Bundesliga auf.

Hohenlimburg war das Ziel unserer Ausflugsfahrt am 12. April 1997. Dorthin wurde der Vikar Reinhard Edler von Brilon hin versetzt. Wir folgten einer Einladung zum 30. Geburtstag des Vikars und nahmen nach einem ersten Umtrunk an der Hl. Messe teil. Nach der Messe spielten wir vor der Kirche ein Ständchen und zogen dann in die Innenstadt zum Haus Busch, dass zu der Zeit vom Scharfenberger Manfred Henne betrieben wurde.

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1997 – Besuch bei Vikar Edler

Dort wurde gut gefeiert und nachts der Vikar mit Musik nach Hause begleitet. Nach dem wir an der Kreuzung der Bundesstraße von der Polizei abgefangen wurden, stand dann auch ein großer Artikel über unseren Besuch beim Vikar in der örtlichen Presse: Nicht wegen des Besuchs beim Vikar, sondern wegen „ruhestörenden Lärm“.

Aber nicht nur Ausflüge wurden unternommen, auch Wanderungen mit anschließendem Grillen gehörten zu den Aktivitäten außerhalb der Musik.

 

Das 100-jährige Jubiläumsjahr

Nach den beiden Karnevalsveranstaltungen wurde das Jubiläumsjahr mit einer Hl. Messe vor der Jahreshauptversammlung am 09. März 2013 eingeleitet. In der Kirche hat das Tambourkorps bewiesen, dass nicht nur Marschmusik mit den Spielmannsinstrumenten gespielt werden kann, sondern auch Kirchenmusik.

Das 100-jährige Vereinsjubiläum wird mit einem Freundschaftstreffen am 26. und 27. April 2013 gefeiert.

2013

2013 – Tambourkorps mit Nachwuchs zum Jubiläum
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